Veranstaltungen

| Meiersberger Dorfgeschichte(n) - selbst erzählt! | Meiersberg

In diesem Jahr feiert Meiersberg seinen 275. Geburtstag. Für uns ein guter Grund, mit Ihnen und Euch eine Reise in die Vergangenheit zu starten; nicht ganz bis zu den Anfängen, aber doch so weit, wie sich heutige Meiersberger erinnern können.

Bei Lohse&Zincke, Dorfstr. 151 in 17375 Meiersberg.

Beginn 18 Uhr, der Eintritt ist frei!

Eine Veranstaltung des DemokratieLaden Anklam/Landeszentrale für politische Bildung M-V und der Gemeinde Meiersberg.

Dies ist der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, mit der im Laufe des Meiersberger Jubiläumsjahres an die Jahrzehnte seit Ende des Zweiten Weltkrieges mit Zeitzeugen vor Ort erinnert wird.

Kapitel I (1945-1960)

Meiersberg wurde am 28. April 1945 von der Roten Armee befreit. Auf der „Potsdamer Konferenz“ wurde Anfang August 1945  beschlossen, dass die früher deutschen Gebiete östlich der Oder unter die Verwaltung des polnischen Staates kommen. Meiersberg lag fortan in der Nähe einer Staatsgrenze und war im November 1945 auch Heimat für 541 Flüchtlinge aus dem ehemaligen
deutschen Osten. Alle Meiersberger mit Typhus wurden im Haus Nr. 76 von Frau Schumacher versorgt. Im Juli 1945 wurde das Land Mecklenburg (mit Vorpommern) gegründet und die Kreiskommandantur des Kreises Usedom-Wollin von Swinemünde nach
Ahlbeck verlegt. Ab September 1945 erhielten viele Meiersberger durch die Bodenreform kleine landwirtschaftliche Flächen.

Wie aber haben die Meiersberger diese ersten anderthalb Jahrzehnte nach dem Krieg erlebt und gestaltet? Waren sie Akteure oder eher Befehlsempfänger? Wir dürfen gespannt sein auf Ihre Erinnerungen, aber auch auf Erinnerungsstücke, die Sie gern mitbringen können, um die Zeit noch anschaulicher zu machen. Wir freuen uns auf Ihren und Euren Besuch!

Den Flyer zur Auftaktveranstaltung finden Sie hier.

| „Die Würde des Menschen ist unantastbar …“ Eine mahnende Liebeserklärung an das deutsche Grundgesetz | Wolgast

Anlässlich des 75. Jahrestages der Ratifizierung des Grundgesetzes lädt die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit der Stadt Wolgast alle Interessierten herzlich ein zu einer musikalischen Lesung mit dem Schauspieler Roman Knižka und dem Blasquintett Opus45.

In der Stadtbibliothek Wolgast, Hufelandstraße 2, 17438 Wolgast.

Beginn 19 Uhr, der Eintritt ist frei!

„Das Grundgesetz ist ein großes Versprechen. Für seine Einlösung bleiben wir selbstverantwortlich.“ (Georg M. Oswald)

Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trat 1948 der Parlamentarische Rat zusammen, um dem neuen westdeutschen Staat, der Bundesrepublik Deutschland, eine demokratische Verfassung zu geben: das Grundgesetz.

Im Parlamentarischen Rat arbeiteten 61 Männer und vier Frauen mit. Sie hatten unterschiedlichste Weltanschauungen, viele von ihnen waren in der NS-Zeit politisch Verfolgte, Flüchtlinge oder Überlebende der Konzentrationslager.

Das Grundgesetz ist geprägt von den Schrecken und Verbrechen der Nazizeit. Die Grundrechte des einzelnen Menschen sollten im Mittelpunkt stehen: Demokratie, Rechtsstaat, Gewaltenteilung sowie der Schutz der Menschenwürde und der Grundrechte. Nie wieder sollte der Staat den Menschen instrumentalisieren und beherrschen können. „Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen …“ so lautete Artikel 1 des Entwurfs, den der Verfassungskonvent von Herrenchiemsee im August 1948 verabschiedete. In der Endfassung des Grundgesetzes wurde daraus: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Unser Grundgesetz hat bis heute Bestand und ist ein Exportschlager geworden: Südafrika, Polen, Spanien – eine ganze Reihe von Staaten hat sich bei der Ausarbeitung einer neuen Verfassung am Grundgesetz orientiert.

In der Präambel des Grundgesetz heißt es: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben …“

Wie würden wir diese Präambel heute formulieren? Was bedeutet das Grundgesetz 75 Jahre nach seiner Entstehung für jeden einzelnen von uns? Leben wir das Grundgesetz? Ein Beispiel: Gegen heftigen Widerstand setzten im Parlamentarischen Rat Elisabeth Selbert und Friederike Nadig die Formulierung „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ als zweiten Absatz in Artikel 3 des Grundgesetzes durch. Was heute selbstverständlich klingt, war damals ein großer Schritt. Aber wie sieht der Realitätscheck in Bezug auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau heute aus? Auch um solche Fragen geht es in dieser musikalischen Lesung, deren Untertitel „Eine mahnende Liebeserklärung an das deutsche Grundgesetz“ bewusst gewählt ist.

Roman Knižka und das Bläserquintett OPUS 45 nehmen das Grundgesetz von seiner Entstehung bis heute unter die Lupe. Was ist sein Fundament, welches Erbe trat es an? Welche Bedeutung hat dieses Fundament für uns heute? Zu Gehör gebracht werden literarische, philosophische und humoristische Texte u.a. von Susanne Baer, Max Czollek, Heinz Erhardt, Herta Müller, Heribert Prantl, Lucy Wagner sowie Sitzungsprotokolle des Parlamentarischen Rats, Briefe, Telegramme, Zeitungsartikel u.v.m. Die Musik für Bläserquintett, mal korrespondierend, mal kontrapunktisch zur Lesung, stammt u.a. von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Paul Taffanel, August Klughardt, Richard Wagner, Maurice Ravel und Henri Tomasi.

(Informationen von www.opus-45.de)

Das Plakat zur Veranstaltung finden Sie hier. Kontaktdaten der Stadtbibliothek finden Sie hier.

| Autorenlesung mit Karolina Kuszyk aus ihrem Buch „In den Häusern der anderen“ | Wolgast

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zur Lesung mit der Autorin Karolina Kuszyk. In ihrem Buch spürt sie den Geschichten von Häusern im heutigen Polen nach, in denen früher Deutsche gewohnt hatten. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges leben Polen darin. Was ist geblieben und was geworden?

Stadtgeschichtliches Museum, Rathausplatz 6, 17438 Wolgast.

Beginn 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei!

Eine Veranstaltung des DemokratieLaden Anklam/ Landeszentrale für politische Bildung M-V in Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Wolgast.

Etwa zehn Millionen Deutsche flohen mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus Schlesien, Pommern, der Kurmark und Ostpreußen oder wurden von dort vertrieben. Zurück blieben ihre Häuser, Straßen, Fabriken und Kirchen, aber auch ihre Möbel, Küchengeräte und Bilder. Welche Geschichten erzählen sie heute über ihre ehemaligen Besitzer? Die Gebiete östlich von Oder und Neiße lagen fortan in Polen, Menschen aus anderen Landesteilen, darunter Vertriebene aus den östlichen Grenzgebieten um Lemberg und Vilnius, wurden dort angesiedelt. Wie machten sie die Städte und Dörfer der ehemaligen Besatzer zu ihrer Heimat? Gestützt auf Archivfunde, Forschungsarbeiten, Literatur und eine Vielzahl persönlicher Begegnungen erzählt Karolina Kuszyk davon, wie die Biografien von Menschen und Dingen miteinander verwoben sind. „In den Häusern der anderen“ wurde 2020 mit dem Arthur-Kronthal-Preis ausgezeichnet und regte in Polen eine lebhafte Diskussion über den Umgang mit dem deutschen Erbe an.
 

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.